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Ergänzend zur Filterung erfüllt die Oxidation und Desinfektion folgende Reinigungsaufgaben für das Becken:
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Diese desinfizierende Wirkung im Beckenwasser selbst ist erforderlich, da bei einer kurzzeitig höheren Badbenutzung die Beckenwasserbelastung stark ansteigen kann und daher das Filtersystem Überlastet sein könnte. Die Kosten für Oxidations- bzw. Desinfektionsmittel sollen gering, die Anwendung einfach und sicher sein. Zur Auswahl stehen: Chlor-, Elektrolyse- und Sauerstoff-Peroxidverfahren.
Chlor gehört zu den weitverbreitetsten Entkeimungsmitteln in der Schwimmbeckenwasseraufbereitung, da es kostengünstig ist und bereits in geringer Konzentration hochwirksam, entkeimend und oxydierend wirkt. Chlor wird in der Badewasseraufbereitung in allen drei Aggregatzuständen angewendet, als Chlorgas (in öffentlichen Bädern), Chlorlösung und in festen Chlorverbindungen, wobei sich im Wasser immer Hypochlorit und unterchlorige Säuren (HCIO) als eigentliche Desinfektions-Wirksubstanzen bilden.
Chlor wird in flüssiger oder noch häufiger in fester Form, gebunden an eine oder mehrere Trägersubstanzen, unter verschiedenen Handelsnamen für die private Beckenwasseraufbereitung verwendet. Welches Präparat verwendet wird, hängt im Wesentlichen von der Zusammensetzung des Wassers ab.
Am Zugabeort wird mit einer Elektrolyseapparatur aktives Chlor mit einer relativ hohen Oxydationswirkung hergestellt. Bei dieser elektrolytischen Spaltung wird über Elektroden durch Gleichstromanwendung in Verbindung mit Kochsalz (NaCl) und Wasser in dem Chlorelektrolysegerät Natriumhypochlorit (NaOC1) erzeugt und dem Beckenwasser direkt oder indirekt zugeführt. Die Chlorkonzentration wird in der Regel bei Privatanlagen über die Veränderung der Stromstärke bzw. mit Zeitsteuerung reguliert. Zu beachten ist, dass eine Kalkablagerung im Elektrolysegerät entsteht, die entweder regelmäßig entfernt oder durch eine entsprechende Wasseraufbereitung (Enthärtung) verhindert werden muss.
Bei sauerstoffabspaltenden Verbindungen, z. B. Wasserstoffperoxid (H202), nutzt man in der chemischen Schwimmbecken-Wasseraufbereitung Sauerstoff als Oxidations- bzw. Desinfektionsmittel. Im Vergleich zu Chlor ist die Desinfektionswirkung von H202 eingeschränkt. Daher ist auch die Sauerstoff-Peroxid-Methode im öffentlichen Bäderbereich nicht erlaubt. Da das Wasserstoffperoxid jedoch weitgehend reizfrei und geruchslos ist und außerdem keine unangenehmen Abbauprodukte hinterlässt, setzt man die Aktiv-Sauerstoffmethode im privaten Schwimmbadbereich als Chlor-Substitutionsverfahren ein. Wasserstoffperoxid gibt es auch handelsüblich als Flüssig-Präparat in Verbindung mit automatischen Dosieranlagen.
Zur Steigerung der Desinfektionswirkung lassen sich die Aktivsauerstoff-Produkte mit Silber o. ä. Entkeimungsmitteln kombinierten. Neben der zeitabhängigen Dosierung sind neuerdings auch lastabhängige, automatisierte Messungsmethoden im Einsatz.
Bei der Wasseraufbereitung mittels Wasserstoffperoxid der Zusatz von Algiziden zur Algenvermeidung empfohlen. Es gibt allerdings bereits handelsübliche Flüssig-Aktivsauerstoffprodukte, die diese Algezide schon enthalten. Da die Reinigungswirkung der Sauerstoffmethode etwas schlechter ist als von Chlor fordern einige Produkthersteller von Wasserstoffperoxid neben einer einwandfreien Beckenhydraulik und vollautomatischer pH-Wert-Regulierung zusätzlich noch eine optimale mechanische Beckenwasser-Filterung mit vorgeschalteter Flockungsmittel- Dosierung. Dieses setzt wiederum die Verwendung hierfür geeigneter Schwimmbadfilter voraus. Daher ist es sinnvoll, das Filter-Umwälzvolumen möglichst gross mit einer Filtergeschwindigkeit unter 50 m3/h zu wählen, wobei Filterschichthöhen von 600 mm empfohlen werden. Zur eigenen Sicherheit sollte jedoch grundsätzlich eine Abstimmung mit dem Filterhersteller erfolgen, denn nicht alle Schwimmbadfilter sind auch flockbar. Zur manuellen Messung des Wasserstoffperoxids gibt es entweder Teststreifen oder besonders kalibrierte Messbestecke. Wird eine nachträgliche Umstellung von Chlor auf Aktivsauerstoff oder umgekehrt geplant, ist eine vorherige Abstimmung mit dem Produkthersteller der Chemikalien dringend anzuraten.
Abschließend zum irreführenden Begriff "Sauerstoffmethode" folgender Hinweis:
Beim Desinfektions- bzw. Oxidationsverfahren werden, wie bei (fast) allen anderen Methoden der Wasseraufbereitung, dem Wasser Chemikalien zugesetzt und nicht etwa nur molekularer Sauerstoff (02). Bei Folienbecken ist eine vorherige Abstimmung mit dem Chemikalienlieferanten dringend anzuraten.
Sie können das Sauerstoff-Peroxidverfahrens auch in Kombination mit physikalischen Wasseraufbereitungsverfahren verwenden. Vor allem hervorzuheben ist hierbei die UV-Desinfektion. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, dass Sauerstoff als Depot-Desinfektion im Becken einsetzt.
(Auf weitere Oxidation und Desinfektionsverfahren wie: UV-, Bom, Jod und Silberverfahren wird aufgrund der seltenen Anwendung nicht näher eingegangen.)
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Vorsicht bei Kupfer- oder Ammoniumsulfat!
Als kostengünstige Chlor-Alternativen werden Kupfersulfat oder Ammoniumsulfat angeboten. Doch ist von der Verwendung dieser Substanzen aus mehreren Gründen dringend abzuraten:
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